Anleihen – Eine Einführung
Anleihen, die man auch als Schuldverschreibungen bezeichnet, sind ein Finanzinstrument, bei dem man einem Unternehmen, einer Regierung oder einer anderen Organisation Geld leihen kann. Im Gegenzug verspricht der – die Anleihe herausgebende – Emittent, dieses Geld nach einer bestimmten Zeit zurückzuzahlen und dafür regelmäßige Zinsen zu entrichten.
Wie funktionieren Anleihen?
- Ausgabe (Emission):
Unternehmen oder Regierungen benötigen Geld, z. B. für Projekte oder zur Refinanzierung.
Statt einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen, geben sie Anleihen aus. Anleger (wie du) können diese Anleihen kaufen. - Zinsen (Kupon):
Anleihen zahlen oft einen festen jährlichen Kuponzins. Das ist der Prozentsatz des geliehenen Betrags, den du regelmäßig erhältst.
- Laufzeit:
Anleihen haben eine feste Laufzeit, z. B. 5, 10 oder 30 Jahre. Am Ende der Laufzeit zahlt der Emittent dir den Nennwert zurück – also das Geld, das du ursprünglich investiert hast.
Wichtige Begriffe zu Anleihen
- Nennwert (Nominalwert): Das ist der Betrag, den du investierst, z. B. 1.000 €. Am Ende der Laufzeit erhältst du diesen Betrag zurück.
- Kuponzins: Der jährliche Zinssatz, den du auf den Nennwert erhältst. Beispiel: Bei einem Kuponzins von 5 % auf eine Anleihe von 1.000 € bekommst du jedes Jahr 50 € Zinsen.
- Laufzeit: Die Dauer, bis die Anleihe zurückgezahlt wird.
- Emittent: Derjenige, der die Anleihe ausgibt (z. B. ein Unternehmen oder eine Regierung).
- Rendite: Die tatsächliche Verzinsung, die du erhältst, wenn du die Anleihe kaufst. Diese kann vom Kupon abweichen, wenn der Kaufpreis der Anleihe nicht ihrem Nennwert entspricht.
Beispiele für Anleihen
Beispiel 1: Staatsanleihe
- Emittent: Die deutsche Regierung gibt eine 10-jährige Staatsanleihe heraus.
- Nennwert: 1.000 €
- Kuponzins: 3 % (jährlich 30 € Zinsen).
- Laufzeit: 10 Jahre.
- Szenario:
- Du kaufst die Anleihe für 1.000 €.
- Jedes Jahr erhältst du 30 € Zinsen.
- Nach 10 Jahren bekommst du die 1.000 € zurück.
Beispiel 2: Unternehmensanleihe
Emittent: Ein Energieunternehmen benötigt Geld, um neue Solaranlagen zu bauen.
- Nennwert: 1.000 €
- Kuponzins: 5 % (jährlich 50 € Zinsen).
- Laufzeit: 5 Jahre.
- Szenario:
- Du kaufst die Anleihe für 1.000 €.
- Jedes Jahr erhältst du 50 € Zinsen.
- Nach 5 Jahren bekommst du die 1.000 € zurück.
Warum investieren Menschen in Anleihen?
- Sicherheit:
Staatsanleihen von stabilen Ländern wie Deutschland gelten als sehr sicher.
Unternehmensanleihen sind riskanter, können aber höhere Zinsen bieten.
Planbare - Erträge:
Du weißt genau, wie viel Zinsen du erhältst und wann du dein Geld zurückbekommst.
- Diversifikation:
Anleihen helfen, das Risiko in deinem Portfolio zu streuen, da sie oft stabiler als Aktien sind.
Risiken von Anleihen
- Zinsänderungsrisiko:
Wenn die Marktzinsen steigen, verlieren bestehende Anleihen an Wert, da ihre Zinsen weniger attraktiv sind.
- Ausfallrisiko (Kreditrisiko):
Der Emittent könnte zahlungsunfähig werden. Bei Unternehmensanleihen ist dieses Risiko höher als bei Staatsanleihen.
- Inflationsrisiko:
Wenn die Inflation höher ist als der Zinssatz, verliert dein Geld an Kaufkraft.
Wer sollte in Anleihen investieren?
- Menschen, die regelmäßige Erträge suchen.
- Anleger, die einen sichereren Teil in ihrem Portfolio möchten.
- Personen, die eine geringere Schwankung als bei Aktien bevorzugen.
Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben oder weitere Informationen wünschen hinterlassen Sie gern einen Kommentar oder nutzen Sie das Kontaktformular.
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